Einleitung
Die
Entwicklungsgeschichte der Zähne und der Giftdrüsen, blieben lange Zeit
ein ungeklärtes Mysterium bei den Schlangen.
Einteilung
der 3 Gebissvarianten
Solenoglyph: röhrenförmige
Giftzähne im vorderen Kiefer
Proteroglyph: furchenförmige
Giftzähne im vorderen Kiefer
Opistoglyph: furchenförmige
Giftzähne im hinteren Kiefer
Historisch werden
lediglich der Lianennatter, der Vogelnatter und der Boomslang schwere
Vergiftungen zugerechnet. Bis zur Mitte des 20 Jahrhunderts galten
Angehörige der
Colubridae noch als harmlos, bis der
bekannte
Herpetologe Karl P. Schmidt von einer Boomslang (
Dispholidus
typus)
gebissen wurde und später an Blutungen verstarb. Die Vogelnatter
(Thelotornis capensis) ist verantwortlich für den Tod des Herpetologen
Robert Mertens, der ebenfalls an Blutungen verstarb.
In den
letzten Jahrzenhnten wurden auch schwere Vergiftungen von folgenden
Arten bekannt (Auswahl):
Rhabdophis tigrinus, Boiga
irregularis, Boiga dendrophila, Balanophis ceylonensis, Macropisthodon
flaviceps

Der
Begiff Trugnatter wird schon in der Oeconomische Encyclopädie, die
zwischen 1773 und 1858 verfasst wurde, erwähnt und beschreibt die
vergrößerten Zähne bei den Nattern (
Colubridae)
gefurchter Zahn Boiga irregularis
Klassisch werden die Trugnattern
mit der Unterfamilie der (Boiginae) in Verbindung
gebracht.
Angehörige
Gattungen waren z.b. Ahaetulla, Boiga,Chrysopelea
Neuere
Untersuchungen belegen aber, dass diese Einteilung aufgrund der
Entwicklungsgeschichte nicht haltbar ist und deshalb revidiert
wird.
Vielmehr zeigen Untersuchungen, dass eine
Vielzahl von Nattern (Colubridae) Gifte produzieren.
Die
meisten Gattungen und Arten sind aber nicht in der Lage, ersthafte
Vergiftungen auszulösen.