Trugnattern

Trugnatter senu lato (Im weiten Sinne) 

Historisch wurden Nattern der Unterfamilie der Boiginae (Stejneger 1907) zugeordnet, die aufgrund der hintenliegenden Zähne (opistoglyph), in diese Unterfamilie passten. Namensgeber waren die Nachtbaumnattern der Gattung Boiga. Diese Unterfamilie wurde aufgrund von Forschungsarbeiten revidiert, da diese Nattern keine monophyletische Entwicklung durchlaufen haben, sondern sich getrennt voneinander entwickelten. Diese getrennte Entwicklung lässt sich anhand der Toxine, wie anhand der Zähne nachvollziehen, da sich die Anatomie auch deutlich in Funktionen unterscheiden lassen. 
Interessanter Weise durchläuft die Entwicklung der Giftzähne bei den solenoglyphen/proteroglyphen Giftschlangen im embryonalen Stadium, auch den opistoglyphen Bereich, bei den Trugnattern bleibt der Zahn stehen und wird nicht weiter entwickelt. Einige der Trugnattern
(z.b. Dispholidus typus) sind in der Lage, ihre Zähne durch einen Mechanismus aufzustellen. Andere Gattungen wie Heterodon haben feststehende Zähne, welche sich nicht bewegen lassen und starr im Kiefer verankert sind. Ging man früher vom giftigen Speichel der Trugnattern aus, zeigen neue Untersuchungen, das eine Vielzahl dieser Nattern über Drüsen (Duvernoysche Drüsen) verfügen, welche sich auch in Größe und Reservoir unterscheiden können. 
Einige Arten wie z.b. Telescopus dhara verfügen über große Drüsen und einer rel. Menge an Toxinen, andere Arten haben nur rudimentäre Drüsen. Diese Toxine sind vielfach Objekte, aktueller Untersuchungen und belegen deren Komplexität. Einige Arten bilden neurotoxische Gifte, andere Arten verlassen sich auf extrem starke Hämotoxine, welche zu starken Blutungen (Koagulationsstörungen) führen, die selbst für Menschen tödlich sein können. Diese Gifte können bei manchen Arten durch Kompression eines Muskel, aktiv in die Furchenzahn gepumpt werden, bei manchen Arten ist dieses nicht möglich. Die Furchenzähne lassen sich auch in verschiedene Typen, die sich auch in ihrer Morphologie unterscheiden, klassifizieren. 
Der taxononomische Begriff der Boiginae lässt sich nicht mehr mit dem Begriff der Trugnattern in Einklang bringen.
Aus meiner Sicht bezieht sich der Begriff Trugnatter auf jede Nattern, welche aufgrund ihrer Anatomie in der Lage ist, eine Vergiftung zu verursachen. Es gibt meiner Ansicht nacch keinen exakteren Begriff, im deutschsprachigen Raum. 
Das Wort „Trug“ kann als Synonym für Täuschung / Blendung angesehen werden, welche treffend die Fähigkeit dieser Nattern beschreibt und dessen prominentes Opfer der Herpetologe Karl P. Schmidt wurde.
Diese Seiten wurden mit viel Sorgfalt zusammengestellt.Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkentnisse, kann es zu taxonomischen Änderungen kommen. Ich versuche diese Seiten laufend zu aktualisieren. Alle Informationen bezüglich der Toxikolgie und Haltung, sind natürlich ohne Gewähr.
Sollten Sie Bilder von seltenen Arten, oder Habitatsaufnahmen besitzen, können Sie mir diese gerne zur Verfügung stellen.


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